Veröffentlicht am 30.11.-1 Geschrieben von Malcha

Kaum ein Geräusch ist im dichten Dschungel des Schlingendorntales zu hören. Nur selten meldet sich ein Vogel um gleich wieder zu verstummen. Die feuchte und warme Luft lässt den Dschungel noch unbezwingbarer erscheinen. Einzelne Tropfen fallen von den Blättern.

Ein lautes Rascheln kündigt einen Eindringling an. Mühsam bahnt sich eine Draenei ihren Weg durch den Dschungel. Sie benutzt ihr Schild um die Ranken von ihrem Gesicht wegzuhalten. Erst als sie eine lichtere Stelle im Dschungel erreicht, hält sie inne. Lauschend neigt sie den Kopf zur Seite. Tatsächlich, von weit entfernt ist das Rauschen der Brandung zu vernehmen. Wie als feiner Unterton erklingt aus südlicher Richtung ein tieferes Rauschen. Die Draenei nimmt noch einen Schluck aus ihrer Wasserflasche, bevor sie sich wieder auf den Weg macht. Ihr Ziel scheint das ferne Rauschen zu sein.

 

Mehrere Stunden später erreicht die Draenei den Rand des Dschungels. In ihren langen, dunklen Haaren hängen Blätter und einzelne Strähnen kleben ihr im Gesicht. Genüsslich schliesst sie die Augen und wendet ihr Gesicht der Sonne zu. Tief atmet sie die frischere Meeresluft ein. Gemächlich geht sie über den Sandstrand zum Meer. Als das Wasser ihre Hufe umspielt bleibt sie einen Moment stehen und beobachtet die Wellen. Sie fährt sich mit den Fingern durchs Haar und beginnt die Blätter rauszuzupfen.

Langsam spaziert sie weiter nach Süden und lässt ihre Hufe von den Wellen benetzen. Je weiter sie nach Süden kommt, desto lauter ist das ferne Rauschen zu vernehmen. Bald kann sie vor sich hohe Klippen aufragen sehen. Das Donnern der Wellen an der Klippe übertönt die Geräusche des Dschungels an ihrer Seite. Dazu kommt noch das Rauschen eines mächtigen Wasserfalls, der sich von der höchsten Stelle der Klippe ins Meer ergiesst.

Die Draenei lädt ihr Gepäck am Rand der Klippen in einer trockenen Felsnische ab. Sie entledigt sich auch der Lederrüstung. Mit grosser Sorgfalt beginnt sie über den Fuss der Klippe zu klettern. Die nassen Felsen bieten ihren Hufen nur schlechten Halt. Auch sie selbst ist bald von der Gischt durchnässt. Sie wirft einen sehnsüchtigen Blick auf den Wasserfall, der so nah und gleichzeitig unerreichbar für sie ist. Statt sich gleich auf den Rückweg zu machen, lässt sie sich auf den Felsen nieder.

„Geist des Wassers, ich brauche Rat!“ Mit geschlossenen Augen wartet Zimra auf eine Reaktion. Einen Moment lang ist nichts als das Rauschen des Wassers zu vernehmen. Doch dann hört sie eine leise Stimme darin: „Was hast du für Sorgen, meine Tochter?“

„Ich habe eine ungewöhnliche Geschichte über eine Insel voller Wasserelementare vor der Küste gehört. Nun bin ich auf der Suche. Geist des Wassers, wo finde ich die Insel?“

„Die Insel befindet sich im Norden des finsteren Riffs. Das Meer kann dich dahin tragen.“ „Hab vielen Dank!“

Geschmeidig steht die Draenei auf und holt ihr Gepäck. Sie geht über den Strand zum Meer. Statt durchs Wasser zu waten, finden ihre Hufe auf dem Wasser Halt. Sie beginnt zu laufen und verschwindet bald in der Ferne.

( 3 Stimmen ) 

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