Veröffentlicht am 30.11.-1 Geschrieben von Malcha

Derascha Lichtschimmer geht ruhig durch die Stadt zum Hafen. Heute sollte das Schiff mit ihrer Cousine ankommen. Es war schon lange her, seit sie und Malcha Nebelwasser sich zum letzten Mal gesehen hatten. Ihre Wege hatten sich getrennt, als sie ihre Ausbildungen begannen. Falls sich die Möglichkeit ergab, trafen sie sich an den verschiedensten Orten auf Azeroth.

 

Im Hafen herrscht ein ständiges Kommen und Gehen. Derascha sucht sich eine ruhigere Stelle auf den Piers, wo sie freien Blick zum Horizont hat. Völlig still sitzt sie da und betrachtet das Meer und die Wolken. Die laute Geschäftigkeit um sie her nimmt sie bald nicht mehr war. Die einzelnen Geräusche verschmelzen zu einer Kulisse, die Derascha nicht in ihren Gedanken stört. Sorgfältig rekapituliert sie die Vergangenheit und erwägt ihre nächsten Schritte für die Zukunft. Immer und immer wieder drehen sich ihre Gedanken im Kreis. Sie kann sich einfach nicht entscheiden. Es gibt zu viele Möglichkeiten und zu wenige feste Anhaltspunkte. Genau deshalb hat Derascha vor Wochen einen Brief an ihre Cousine abgeschickt. Nun wartet sie auf Malcha und ihren Rat als ältere und weiter gereiste Verwandte.

 

Stunden später taucht am Horizont ein Schiff auf. Langsam kommt es näher zum Hafen.

Als es anlegt, ist Malcha unter den Ersten, die das Schiff verlassen. Suchend blickt sich Malcha um. Doch Derascha hält sich nicht in Sichtweite auf. Geschmeidig geht Malcha neben Sabra in die Knie und redet leise auf sie ein. Danach geht sie langsam über die Pier. Sowohl die Nachtelfe als auch die Säblerin sehen sich suchend um. Sie sind noch nicht weit gekommen, da maunzt Sabra leise und rennt auf die linke Seite. Malcha folgt ihr etwas langsamer.

Sanft stupst Sabra Derascha an, die immer noch in Gedanken versunken dasitzt. Lächelnd wendet sich Derascha Sabra zu. Derascha krault sie kurz am Kopf und steht danach auf. „Komm, Malcha, lass uns ein wenig am Strand spazieren gehen. Dort ist es schön ruhig.“

 

Gemütlich schwätzend spazieren die beiden Nachtelfen dem Strand entlang. Plötzlich legt Malcha Derascha die Hand auf die Schulter. „Pst, dort vorne hinter den nächsten Felsen ist jemand. Bist du sicher, dass sich hier am Strand keine Strolche oder Murlocs rumtreiben?“ Flüsternd gibt Derascha Antwort: „Nein, ich habe nur von Murlocs ganz im Norden, schon fast an der Grenze zum Brachland gehört.“

Genauso leise merkt Malcha an: „Lass uns lieber vorsichtig sein. Ich schicke Sabra vor. Sie kann sich anschleichen und dann kann ich sehen, wer es ist.“ „Ja, ich möchte nicht unvorbereitet in Kämpfe verwickelt werden.“

Sorgfältig schleicht sich Sabra auf die andere Seite. Ohne lange zu verweilen kehrt sie wieder um. Malcha runzelt besorgt die Stirn. „Falls wir in Westfall wären, würde ich auf eine Gruppe Defias tippen, die den Strand und die angespülten Trümmer absucht.“ „Erkundigen wir uns doch im nahen Wachturm, ob derartige Vorgänge bekannt sind,“ merkt Derascha an.

 

Malcha führt ihre Cousine auf dem direktesten Weg durch den Wald zurück auf die Strasse. Ein kurzes Stück weiter nördlich ist bereits der Wachturm erkennbar.

Leicht ausser Atem beklagt sich Derascha: „Sieh nur, nun ist meine Robe durch deine Abkürzung dreckig geworden. Wir wären besser zurückgegangen und danach der Strasse gefolgt.“ „Vielleicht solltest du besser nach Darnassus zurückkehren und dort im Tempel Elune dienen,“ spöttelt Malcha. „Und du die Eichhörnchen im Garten pflegen,“ kontert Derascha.

„Wir sollten mehr gemeinsam unternehmen,“ wechselt Malcha das Thema. „Ich hab’ dein Gejammer vermisst.“ Grinsend meint Derascha: „Ich halte das für eine schlechte Idee. Ich könnte mich nie dafür begeistern wochenlang durch den Urwald zu ziehen.“

„Schreckt dich die Vorstellung ab, auf ein Gasthaus verzichten zu müssen?“ fragt Malcha spöttisch.

 

Währenddessen nähern sie sich dem Wachturm. Ihre Diskussion – die sie offensichtlich nicht zum ersten Mal führen – wird von einer Wache unterbrochen. „Seid gegrüsst. Braucht ihr Hilfe?“ Derascha winkt ab: „Nein danke. Wir wollten uns nur erkundigen, ob bekannt ist, dass sich Männer mit denselben roten Kopftüchern wie die Defias an der Küste rumtreiben.“

„Am besten sprecht ihr mit Hauptmann Wymor. Er sammelt Berichte über sämtliche Vorgänge an der Küste.“ Die Wache deutet lässig in Richtung Turm.

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